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Oberflächentechniker – Lehre & Beruf

In der Oldtimerrestauration sind das Säurebad und die Oberflächentechnik nicht mehr wegzudenken. Denn sie sorgen dafür, dass alte Autos in neuem Glanz erstrahlen!

Was macht ein Oberflächentechniker?

Oberflächentechniker haben die Aufgabe, metallische und nichtmetallische Oberflächen von Produkten zu behandeln. Beispiele dafür sind Kunststoffe, Metalle, PVC oder Glas. Es werden verschiedene Techniken angewandt wie das Reinigen, Polieren, Lackieren, Härten, Versiegeln, Verzinken, Emaillieren oder Beschichten. Oberflächentechniker behandeln Oberflächen mit dem Ziel die Materialeigenschaften zu verbessern, vor Korrosion und Rost zu schützen oder auch aus Gründen der optischen Verschönerung.

Die  Lehre zum Oberflächentechniker kannst du in 5 verschiedenen Fachrichtungen absolvieren:

  • Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Emailtechnik
  • Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Feuerverzinkung
  • Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Galvanik
  • Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Mechanische Oberflächentechnik
  • Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Pulverbeschichtung

Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Emailtechnik

Oberflächentechniker mit dem Schwerpunkt Emailtechnik beschichten Metalle wie Stahl, Gusseisen, Aluminium und Edelstahl mit Email. Email ist eine Mischung aus Rohstoffen wie Quarz, Feldspat, Soda, Borax, Aluminiumoxid und anderen Metalloxiden. Diese werden bei hohen Temperaturen zu sogenannten „Email-Fritten“ geschmolzen. Die Emaillierung wird mit Hilfe von Spritzen, Tauchen oder durch elektrostatische Beschichtung auf den Produkten aufgetragen. Nachdem die Oberfläche behandelt wurde, wird die Schicht auf den Werkstücken mit Hilfe von bestimmten Öfen geschmolzen und dadurch haltbar gemacht. Aufgrund der hohen Temperatur-, Kratz-, Säure-, Korrosions- und Chemikalienbeständigkeit werden meist Badewannen, Waschbecken, Duschtassen, Fliesen, Fassaden und Schilder mit Hilfe von Email beschichtet.

Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Feuerverzinkung

Oberflächentechniker mit dem Schwerpunkt Feuerverzinkung beschichten Metalle und Metallteile mit flüssigem Zink. Das Werkstück wird dabei erhitzt und in einen Verzinkungskessel getaucht. Viele auch alltägliche Produkte werden mit Hilfe der Verzinkung behandelt wie z.B. Nägel, Schrauben und Stahlteile. Aber auch bei Masten oder Gerüstkonstruktionen kommt diese Technik zum Einsatz. Sobald sich das Werkstück abgekühlt hat, wird es von dem Oberflächentechniker mit dem Schwerpunkt Feuerverzinkung entfettet, gespült, geätzt, gereinigt oder poliert.

Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Galvanik

Oberflächentechniker mit dem Schwerpunkt Galvanik veredeln und verschönern Oberflächen metallischer und nichtmetallischer Produkte. Meist werden die Produkte vergoldet, versilbert, verchromt oder verzinkt. Es können Werkstücke aus Eisen, Stahl, Messing, Aluminium, Kupfer oder Kunststoff behandelt werden. Dabei werden die Produkte in galvanische Bäder getaucht, durch die anschließend Strom fließt. Damit wird die Oberfläche eines Produktes beschichtet und haltbar gemacht. Die Galvanotechnik kommt in verschiedenen Bereichen zum Einsatz wie z.B. bei der Herstellung von Schmuckwaren, elektrischen Leitungen und Kabeln sowie in der Fahrzeugtechnik.

Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Mechanische Oberflächentechnik

Oberflächentechniker mit dem Schwerpunkt Mechanische Oberflächentechnik veredeln Oberflächen von metallischen und nichtmetallischen Produkten mit Hilfe von verschiedenen Techniken wie z.B. Schleifen, Polieren, Bürsten oder Glänzen. Oberflächentechniker mit dem Schwerpunkt Mechanische Oberflächentechnik nutzen dafür verschiedene Handwerkzeuge, Maschinen, Anlagen und Geräte. Vor der Behandlung müssen die Werkstücke gereinigt und von Schmutz, Staub oder Fett befreit werden. Nachträglich behandelt werden die beschichteten Produkte dann mit Hilfe verschiedener Techniken wie dem Beizen, Versiegeln oder Lackieren.

Oberflächentechnik mit Schwerpunkt Pulverbeschichtung

Oberflächentechniker mit dem Schwerpunkt Pulverbeschichtung behandeln Metalle mit Hilfe von verschiedenen Pulverschichten aus organischen Stoffen oder Kunststoffen. Die Beschichtung wird durch verschiedene Techniken aufgetragen und in Öfen geschmolzen. Sie benutzen dafür Handwerkzeuge, Maschinen, Anlagen und Geräte. Diese Technik wird vor allem bei Fahrzeugteilen sowie bei Maschinen- und Anlagenteilen für Waschmaschinen, Kühlschränke oder anderen Möbel aus Metall angewandt.

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Art der Ausbildung

Lehre (Lehrbetrieb & Berufsschule)

Dauer der Ausbildung

3,5 Jahre

Lehrlingsentschädigung

1. Lehrjahr: 607€

Oberflächentechniker: Voraussetzungen für die Lehre

Wie bei jeder Lehrlingsausbildung musst du für die Lehre Oberflächentechniker mindestens die 9-jährige Schulpflicht abgeschlossen haben. Daneben sind gute Noten in Chemie, Physik und Mathe, handwerklich-technisches Geschick, Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein sowie eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf.

So läuft die Lehre ab

Du interessierst dich für den Beruf Oberflächentechniker? Dann möchtest du sicher wissen: Wie werde ich Oberflächentechniker?

Deine Lehre ist dual aufgebaut, das heißt du bist im Wechsel in Lehrbetrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Oberflächentechniker und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir dagegen das nötige theoretische Hintergrundwissen vermittelt.

Am Ende deiner Lehre nimmst du an der Lehrabschlussprüfung teil, die sich aus einer praktischen und einer theoretischen Prüfung zusammensetzt. Weitere Infos zur Prüfung sowie den Inhalten und dem Ablauf der Lehre findest du in der Ausbildungsordnung für Oberflächentechniker.

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Bildnachweis: „Altes Auto in einer Berglandschaft" © Binkski / Shutterstock.com

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